TC Wolfsberg beim Favoriten Reutlingen: Marathon-Match ohne Happy-End

pz-news 15.07.2019 | Autor: Martin Mildenberger

Pforzheim. Das war ein grandioser Wettkampf. Länger als acht Stunden dauerte am Sonntag zum Auftakt der 2. Tennis-Bundesliga Süd das Match zwischen dem TV Reutlingen und dem TC Wolfsberg Pforzheim. Dabei verkaufte sich der Außenseiter aus Pforzheim famos und musste sich am Ende nur knapp geschlagen geben, auch wenn das nackte Endergebnis von 6:3 für Reutligen vielleicht etwas anderes vermuten lässt. Sieben der insgesamt neun Matches im Einzel und den Doppeln gingen in den Match-Tiebreak.

Und hier hatten die Reutlinger in den abschließenden Doppeln den längeren Atem. Nachdem es nach den Einzeln noch 3:3 gestanden hatte, gewann der alte TCW-Rivale aus Württemberg alle drei Doppel im Entscheidungs-Satz. Wie eng der Vergleich war, zeigt auch eine andere Zahl: Trotz des 6:3 für Reutlingen liegen die Gäste bei den gewonnenen Spielen insgesamt mit 94:88 vorne.

TCW-Teamchef Thomas Hell war geschafft nach dem Marathon-Match an der Achalm: „Was soll man sagen, wenn man so verliert. Unsere Teamleistung war top. Die Niederlage lag nicht an der eigenen Schwäche, sondern an der Stärke des Gegners.“

Erwartungsgemäß trat Pforzheim mit den Neuzugängen Roberto Cid Subervi aus der Dominikanischen Republik und Johann Willems an. Cid Subervi schlug an Nummer eins auf für die Pforzheimer und lieferte Reutlingens Topspieler, dem Italiener Lorenzo Giustino, immerhin Nummer 141 der ATP-Weltrangliste, ein tolles Match. Am Ende fehlte dem Pforzheimer im Match-Tiebreak (8:10) ein bisschen das Glück.

Grandios war der Einstand von Johann Willems gegen den Reutlinger Jordi Samper-Montana. 6:0, 6:0 – Höchststrafe. „Das war einfach super gespielt. Der Gegner war nicht schwach, sondern Johann bärenstark“, lobte Thomas Hell. Aber auch Pascal Meis wusste zu glänzen. Gegen den Spanier Inigo Cervantes, auch ein Spieler auf der ATP-Rangliste, zeigte er im Match-Tiebreak einfach den stärkeren Willen. Ähnliche Situation bei Tim Rühl, der dem Österreicher Andreas Haider-Maurer im Entscheidungssatz die Krallen zeigte. Haider-Maurer, in seiner Glanzzeit an Position 45 der ATP-Weltrangliste, musste am Ende klein beigeben.

Dass es nach dem 3:3-Zwischenstand nach den Einzeln nicht zum Gästesieg reichte, lag vielleicht auch daran, dass Roberto Cid Subervi und Rameez Junaid ihr Doppel nicht nach Hause brachten, obwohl sie im Match-Tiebreak mit 7:3 vorne lagen. Doch plötzlich war der Faden gerissen. Ein, zwei leichte Fehler, schon stand es 7:7 und die Reutlinger nutzten eiskalt ihre Chance.

Am kommenden Freitag ist der TC Wolfsberg spielfrei. Am Sonntag ist dann er erste Heimwettkampf gegen den Wiesbadener THC, ein Gegner, der vor allem mit der TCW-Form von gestern durchaus schlagbar ist.